Polizeiliche Vernehmung

Zumeist erhalten Sie zum Ende des Ermittlungsverfahrens eine Vorladung zur polizeilichen Beschuldigtenvernehmung. Dieser Termin muss von Ihnen nicht wahrgenommen werden, denn es gibt keine Pflicht zur Teilnahme. Anders ist dies bei gerichtlichen oder staatsanwaltlichen Ladungen. Bei deren Nichtbefolgung kann im schlimmsten Falle Vorführungshaft drohen. Ob nach einer Festnahme oder aufgrund der Ladung; sagen Sie nichts, was über die Angabe Ihrer Personalien hinausgeht. Eine Einlassung ist für die weitere Verteidigung möglicherweise verheerend. Ohne Kenntnis des Akteninhalts ist es reiner Zufall und sehr unwahrscheinlich, die persönliche Situation zu verbessern. Die professionell geschulten Beamten werden Ihnen eine Aussage bzw. ein Geständnis nahelegen, aber deren Bestrebung liegt nicht darin, Ihnen zu helfen. Das Schweigerecht ist elementar und darf nicht gegen Sie verwendet werden.

  • Nach Erhalt der Ladung sofort den Strafverteidiger verständigen
  • Nur Angaben zur Person sind Pflicht
  • Gehen Sie nicht hin! – Erscheinen bei polizeilichen Beschuldigtenvernehmungen sind keine Pflicht
  • Schweigen Sie – jede Einlassung ohne Akteneinsicht ist ein Spiel mit dem Feuer
  • bei einer Vernehmung nach einer Festnahme: Schweigen Sie und rufen Sie Ihren Verteidiger an (ggf. Strafverteidiger-Notdienst)
  • Beamte sind geschult und top ausgebildet, lassen Sie sich auf keine Gespräche ein
  • Unterhaltungen vor und nach der eigentlichen Vernehmung dringend unterlassen!
  • Nichts unterschreiben oder aufschreiben – es könnten Schriftproben genommen werden