Raub und räuberische Erpressung

Als Rechtsanwalt für Strafrecht vertrete ich Sie bei Raubstraftaten kompetent, engagiert und entschlossen. Bereits das Grunddelikt des § 249 StGB wird mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bedacht, was den Raub zum Verbrechen qualifiziert. Die Gefahr von mehrjährigen Freiheitsstrafen ist den Raubstraftaten immanent, so dass Sie sich kurzfristig von mir beraten lassen sollten. Ich vertrete Sie von meinen Kanzleistandorten in Berlin Charlottenburg und Köpenick aus auch in bundesweiten Verfahren.

Bei einem telefonischen Erstgespräch können wir die anstehenden Fragen, Hinweise zum Umgang mit den Ermittlungsbehörden und die Kosten einer Strafverteidigung besprechen. Für Beschuldigte mit geringem Einkommen wird auch die Möglichkeit einer Pflichtverteidigung besprochen, die eine Verteidigung unter Kostenübernahme der Staatskasse möglich macht.

Folgend ein paar allgemeine Informationen zu der Deliktsgruppe:

Der Raub ist ein zusammengesetztes Delikt aus einem Diebstahl unter Verwendung qualifizierter Nötigungsmittel wie Gewalt oder Drohungen gegen Leib und Leben. Neben dem Raub (§ 249 StGB) gibt es die räuberische Erpressung (§§ 253, 255 StGB), die von diesem abzugrenzen ist. Wenn nach dem äußeren Erscheinungsbild die Sache weggeben wird, liegt räuberische Erpressung vor, wenn die Sache weggenommen wird dagegen Raub (Bsp: A zieht dem B ein Handy ab). Da beide Delikte mit dem gleichen Strafrahmen belegt sind, spielt die Frage der Abgrenzung nur eine untergeordnete Rolle.

Möglichkeiten der Strafverteidigung

Nach der Beauftragung nimmt der Rechtsanwalt für Strafrecht zunächst Akteneinsicht und macht sich ein Bild von den Vorwürfen und der Beweislage. Insbesondere wird geprüft, ob die Sache mit Zueignungsabsicht weggenommen und ein qualifiziertes Nötigungsmittel dafür eingesetzt wurde. Möglicherweise kommt danach bereits in Betracht, dass Raub oder räuberische Erpressung ausscheiden, da es an der Zueignungsabsicht und/oder an der finalen Verknüpfung zwischen Nötigungsmittel und Wegnahme fehlt (BGH, Urteil vom 12. März 2015– 4 StR 538/14 ). Nach abschließender juristischer Bewertung wird eine gemeinsame Verteidigungsstrategie erarbeitet und besprochen. Je nach Beweislage wird der Fall streitig verteidigt, mit dem Ziel eines Freispruchs oder im Wege einer Strafrahmenverteidigung versucht, die Strafe möglichst gering zu halten. Gegebenenfalls kann der Strafverteidiger danach auch erwägen, auf einen minder schweren Fall (§ 249 Abs. 2 StGB) zu plädieren. Ein minder schwerer Fall kommt in Betracht, wenn die Straftat durch Unterlassen begangen worden ist, das Maß der Gewalt oder die Intensität der Drohung gering waren und gerade so die Schwelle zum tatbestandsmäßigen Raub erreicht worden ist. Ein minder schwerer Fall kann auch dann gegeben sein, wenn erst bei der Wegnahme auf Grund der Entdeckung der Entschluss zur Gewaltanwendung gefasst wird oder die Beute von geringem Wert ist.

Strafrahmen bei Raubdelikten

Raub und räuberische Erpressung sind Verbrechen. Der Strafrahmen beträgt zwischen 1 bis 15 Jahren Freiheitsstrafe.

Straferhöhend kann es sich auswirken, wenn die Höhe der Beute sehr hoch ist, die eingetretenen Folgen beim Opfer, d.h. seelische und physische Beeinträchtigungen schwer sind und/oder die Tat sich durch eine besonderes sorgfältige Planung auszeichnet.

Eine Strafe unter 3 Jahren ist nicht mehr möglich, wenn der Täter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei der Tat beisichgeführt hat, sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führte, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden, eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung gebracht haben oder den Raub als Mitglied einer Bande gegangen haben. Eine Bande besteht dann, wenn sich mindestens drei Personen zusammengefunden haben, um für eine gewisse Dauer Straftaten zu begehen.

Wenn bei der Tat eine Waffe oder gefährliche Werkzeug verwendet wurde, kommt eine Freiheitsstrafe unter 5 Jahren nicht mehr in Betracht. Dies gilt auch, wenn eine andere Person bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes gebracht wurde.

Wenn das Opfer bei der Tat gestorben ist, muss mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe gerechnet werden.

Neben der Strafe kann gemäß § 256 StGB Führungsaufsicht angeordnet werden. Es ist auch möglich, dass eine Anordnung oder ein Vorbehalt zur Sicherungsverwahrung getroffen wird. Es muss mit Untersuchungshaft gerechnet werden.

Pflichtverteidigung bei Raubdelikte

Durch die Verbrechensqualifizierung der Raubdelikte ist eine Übernahme des Falls in Form einer Pflichtverteidigung möglich. Pflichtverteidigung bedeutet, dass die Anwaltskosten für den Strafverteidiger zunächst von der Justizkasse übernommen werden. Im Falle einer Verurteilung prüft danach die Staatskasse, ob dem Verurteilten die Kosten im nachhinein auferlegt werden können. Ob eine Pflichtverteidigung bei Ihnen möglich ist, prüfe ich gern in einer Erstberatung!