Totschlag § 212 StGB

Der Begriff des Totschlags ist vielen Menschen zunächst erstmal bekannt, da er den „Normfall“ des vorsätzlichen Tötungsverbrechens darstellt. Es geht um den schweren Vorwurf, einen anderen Menschen getötet zu haben. Mit einer Freiheitsstrafe von mindestens 5 Jahren, in besonders schweren Fällen sogar einer lebenslangen Freiheitsstrafe, ist der Totschlag mit einem besonders hohen Strafrahmen versehen. Gegen diesen schweren Vorwurf vertreten wir sie gerne bundesweit, kompetent und engagiert als Kanzlei für Strafrecht. Nennen sie uns als ihren gewünschten Pflichtverteidiger oder wenden sie sich direkt an unsere Kanzlei.

Insbesondere in den folgenden Situationen sind wir für sie da:

  • Vorladung von der Polizei oder Staatsanwaltschaft mit dem Vorwurf des Totschlags
  • Hausdurchsuchungen durch die Ermittlungsbehörde wegen des Verdachts eines Totschlags
  • Untersuchungshaft/ Festnahme wegen eines Tötungsdelikts
  • Anklage der Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs Totschlag, Mord oder fahrlässige Tötung
  • Rechtsmittel – Berufung und Revision nach einer Verurteilung wegen eines Tötungsdelikts

 

Das Töten „ohne Mörder zu sein“

Nach Wortlaut des Gesetzes geht es um den schweren Vorwurf einen anderen Menschen getötet zu haben „ohne Mörder zu sein“. Im Gegensatz zum Totschlag, wird der Mord (§ 211) mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft. Doch wie genau unterschieden sich Mord und Totschlag? In Abgrenzung zum Totschlag, bei dem es um die reine Tötungshandlung geht, kommen beim Mord sogenannte Mordmerkmale zur Tötungshandlung hinzu, die in einem so hohen Maße verwerflich sind, dass sie eine lebenslange Haftstrafe begründen.

Demnach bildet der Mord einen selbstständigen Verbrechenstatbestand, der sich durch die Nennung 9 verschiedener Mordmerkmale in § 211 II StGB qualifiziert. Diese Mordmerkmale lassen sich in 3 unterschiedliche Gruppen einteilen. So beschreiben die Mordmerkmale besonders gefährliche Motive, besonders gefährliche Begehungsweisen und besonders gefährliche Zweckabsichten der Tötung.  Demnach liegt mit jedem Mord zwar auch immer ein Totschlag vor, ein reiner Totschlag ist jedoch kein Mord.

 

Wann liegt objektiv ein Totschlag vor?

Totschlag wird als das Töten eines Menschen definiert. Dabei enthält das Verb „tötet“ zugleich die Umschreibung von Tathandlung und Taterfolg. Der Täter muss dabei durch die Tathandlung den Taterfolg zurechenbar verursacht haben.

Taterfolg des Totschlags ist der Tod eines Menschen, wovon man mit Eintreten des Hirntodes ausgeht.

Die Tathandlung kann zunächst in einem aktiven Tun, beispielsweise in einem Würgen oder Strangulieren, liegen. Dabei ist nach der Äquivalenztheorie ein aktives Tun dann ursächlich für den Tod eines Menschen, wenn dieses nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Taterfolg entfiele.

Die Tathandlung kann jedoch auch in einem pflichtwidrigen Unterlassen durch einen Garanten liegen.  Ein Garant ist eine Person, der eine besondere Pflichtstellung zu Teil wird, die über die für jedermann geltende Handlungspflicht hinausgeht. Garant ist also beispielsweise die Mutter eines Kindes. Ein Verhungern-lassen des Kindes würde ein pflichtwidriges Unterlassen und somit eine taugliche Tathandlung darstellen. Ein Unterlassen ist dann ursächlich für den Todeseintritt, wenn rein hypothetisch der Tod des Opfers, durch Eingreifen des Täters bei bestehender Rettungsmöglichkeit, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert worden wäre.

 

Der Vorsatz zu einem tödlichen Kausalverlauf

 Doch auch wenn es rein objektiv durch eine Tathandlung und auf zurechenbare und ursächliche Weise zum Tod eines Menschen gekommen ist, so begründet diese Tatsache allein noch nicht das Vorliegen eines Totschlags. Entscheidend vorliegen muss weiterhin der Tötungsvorsatz, daher das Wissen und das Wollen des Täters, dass ein anderer Mensch durch den wesentlichen Kausalverlauf seiner Handlung zu Tode kommt.

Dabei müssen die Elemente des Wissens und Wollens jedoch nicht derart stark ausgeprägt sein, dass der Täter mit sicherem Wissen und zielgerichtetem Wollen des Erfolgseintritts handelt, sondern es reicht viel mehr ein so genannter Eventualvorsatz aus. Dieser liegt bereits vor, wenn der Täter den Erfolgseintritt zumindest für möglich hält und diesen trotzdem billigend in Kauf nimmt.

Das Ausreichen eines Eventualvorsatzes bereitet oftmals Probleme bei der Abgrenzung von Vorsatz und Fahrlässigkeit, daher von Totschlag und fahrlässiger Tötung, wie sich erst jüngst in dem Fall der sogenannten Kudamm-Raser zeigte. Bei der fahrlässigen Tötung hat der Täter keinen Tötungsvorsatz, ihm wird vielmehr die Verletzung einer objektiven Sorgfaltspflicht vorgeworfen.

In Lebenssituationen, bei denen ein Täter durch ein besonders gefährliches Verhalten bewusst ein Risiko eingeht und ein Mensch dadurch ungewollt zu Tode kommt, ist es also oftmals schwer abzugrenzen, ob der Täter hier nur seine Sorgfaltspflicht verletzt hat, weil er den Erfolgseintritt aufgrund seiner Vorhersehbarkeit hätte erkennen müssen oder ob er den bevorstehenden Erfolgseintritt tatsächlich erkannt hat, ihm dieser aber schlichtweg gleichgültig war.

 

Die Notwendigkeit eines Rechtsbeistandes / Rechtsanwalts für Strafrecht

 Oftmals bestehen tätereigene Umstände, die ihn zur Tötung seines Opfers in gewissem Maße veranlasst haben. Rechtfertigende oder schuldmindernde Umstände wie Notwehr oder auch eine Provokation können sich beispielsweise strafmildernd auswirken. Auch das vorschnelle Annehmen eines Eventualvorsatzes, kann zu einer Strafbarkeit wegen Totschlags führen, obwohl ebenso das Vorliegen einer fahrlässigen Tötung in Betracht zu ziehen wäre.

Aufgrund dieser Aspekte ist es ratsam bei einem Tatvorwurf wegen Totschlags einen Fachanwalt für Strafrecht aufzusuchen. Mit den gegebenen Fachkenntnissen ist es so möglich ihre Situation bestmöglich zu ermitteln, einzuschätzen und ihre Interessen zu vertreten.

Wie immer gilt der Grundsatz: „Je eher Sie sich um einen Rechtsanwalt im Bereich des Strafrechts kümmern, desto effektiver kann die Verteidigung vorgenommen werden“.

Sollte es bereits zu einer gerichtlichen Verhandlung gekommen sein, so ist zwar die Erfolgschance der Verteidigung nicht ausgeschlossen, doch sind Fehler, die im Ermittlungsverfahren aufgetreten oder verursacht worden sind in den meisten Fällen nicht mehr wiedergutzumachen. Die Verteidigungsstrategie würde danach zur Schadensbegrenzung werden.

Kontaktieren Sie uns daher frühestmöglich und vermeiden Sie eigene Aussagen zur Sache zu machen. Solange keine Akteneinsicht genommen wurde und wir keine ausführliche Verteidigungsstrategie besprochen haben, sollten Sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.

 

 

Unsere Kanzlei in den Medien