Rechte der nahen Angehörigen bei Tötungsdelikten wie Mord und Totschlag zur Führung einer Nebenklage

Als Opfer eines versuchten Tötungsdeliktes (Mord oder Totschlag) hat man das Recht eine Nebenklage zu führen. Als Rechtsanwalt für Nebenklage und Opfervertretung vertrete ich Sie bundesweit.

In Deutschland wird ein Strafprozess nicht durch das Opfer oder die Angehörigen selbst geführt, sondern von der Staatsanwaltschaft. Das Opfer fungiert in der Regel nur als Zeuge. Dies kann unter Umständen unbefriedigend sein, da Sie als Zeuge kein dauerhaftes Anwesenheitsrecht in der Hauptverhandlung haben und keine Akteneinsicht bekommen.

Als Nebenkläger wird man folglich aus der bloßen Zeugenstellung zu einem aktiven Prozessteilnehmer aufgewertet.

Sie dürften nun nicht nur an jeder Sitzung der Verhandlung unmittelbar im Saal teilnehmen, sondern haben auch ein eigenes Fragerecht, sowie Beweisantragsrecht.

Dies ist als unmittelbar Betroffener deswegen sinnvoll, da Sie mögliche Beweismittel, wie Zeugen oder Gegenstände, unmittelbar mit in die Beweisaufnahme einführen können und eine Überwachung über die richtige Berücksichtigung haben.

Darüber hinaus wird einem die Möglichkeit geboten ein eigenes Schlussplädoyer zu halten, um rechtliche Sichtweisen deutlich zu machen und eine angemessene Strafe zu beantragen.

Das Recht zur Akteneinsicht besteht allerdings nur, wenn man zur Führung der Nebenklage einen Rechtsanwalt beauftragt.

Im Falle eines Tötungsprozesses ist dem Nebenkläger ein Anwalt also Beistand durch das Gericht beizuordnen. Die Kosten für die Nebenklage und die damit zusammenhängenden Anwaltskosten werden allein von der Staatskasse übernommen.

Zusammenfassend ist eine umfangreiche Beteiligung und Verhinderung prozessualer Umgehungen der Hauptverhandlung durch eine solche Nebenklageführung möglich.

Rechte als Verwandte von Opfern eines Tötungsdelikts (Mord und Totschlag)

Bei einem vollendeten Tötungsdelikt kann das Opfer folgerichtig selber kein Nebenkläger mehr sein. Die Rechtsordnung sieht daher die Besonderheit hier vor, dass die nahen Angehörigen sich als Nebenkläger dem Prozess gegen den Täter anschließen können.

Zu den nahen Angehörigen zählen folgende Personen:

  • Kinder
  • Eltern
  • Geschwister
  • Ehegatte und Lebenspartner

Diese Regelungen gelten auch bei einer fahrlässigen Tötung, verursacht durch ein Verkehrsunfall beispielsweise, da jede rechtswidrige Tat erfasst ist.

Die Vorteile einer Nebenklage für nahe Angehörige sind, dass sie zum einen durch einen Rechtsanwalt eine vollständige Akteneinsicht zum Fall bekommen. Sie erhalten damit die potentielle Möglichkeit den genauen Tötungshergang nachvollziehen zu können und auch alle weiteren Informationen zum Fall zu erfahren.

Sollte dies für manche Angehörige nicht wünschenswert sein, so kümmert sich der beauftragte Rechtsanwalt um alle inhaltlichen Detailfragen und Sie als Nebenkläger übernehmen lediglich die Überwachung über den justiziablen Vorgang.

Sie können sicherstellen, dass für sie alle relevanten Aspekte, wie beispielsweise Sachverständigengutachten, Urkunden, Zeugen und ähnliches, mit in die Beweisaufnahme genommen werden und auch berücksichtigt werden.

Darüber hinaus werden nahe Angehörige oftmals als Zeugen über die Opferperson bestellt. Dies führt dazu, dass sie nicht als Zuschauer mit im Verhandlungssaal sitzen dürfen.

Als Nebenkläger können Sie hingegen an den vollständigem Verhandlungsablauf unmittelbar als aktiver Prozessteilnehmer teilnehmen. Sie sitzen dabei direkt neben ihrem Rechtsanwalt und können daher jederzeit über prozessuale, taktische Ergänzungen und Erweiterungen sprechen.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die Kosten für die Nebenklage sowie die damit zusammenhängenden Anwaltskosten in der Regel im Wege einer gerichtlichen Beiordnung durch die Staatskasse übernommen werden.

anuas1-150x150 LogoIn Zusammenarbeit mit dem Bundesverband ANUAS e.V. – Hilfsorganisation und Selbsthilfeorganisation für Angehörige von Mord-/Tötungs-/Suizid- und Vermisstenfällen.