Körperverletzungsdelikte

Sie haben eine Vorladung zur polizeilichen Vernehmung erhalten oder es fand bei Ihnen eine Hausdurchsuchung statt? Wenn ja, ist es höchste Zeit, einen Termin beim Strafverteidiger zu vereinbaren. Als Rechtsanwalt für Strafrecht vertrete ich Sie bei Körperverletzungsdelikten. Durch eine kompetente Analyse der Ermittlungsakte können zumeist Fehler in den Ermittlungen und weitere Verteidigungsansätze gefunden werden, die das Verfahren positiv beeinflussen. Nur der beaufragte Rechtsanwalt hat dabei das Recht auf Akteneinsicht nach der Strafprozessordnung. Im Weiteren wird eine Verteidigungsstrategie erarbeitet und das Verfahren bestmöglich begleitet. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in unseren Standorten Berlin-Köpenick und Berlin-Charlottenburg.

Formen der Körperverletzungsdelikte

Geschütztes Rechtsgut der Tatbestände (§§ 223 ff. StGB) ist die körperliche Unversehrtheit des Menschen unter Einschluss seines körperlichen und gesundheitlichen Wohlbefindens. Die Tat kann nur durch einen anderen begangen werden. Die Selbstverletzung fällt nicht darunter.

Bei der einfachen Körperverletzung (§ 223 Abs. 1 StGB) muss eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit geschädigt worden sein. Dies ist z.B. der Fall, wenn das Opfer durch die Tat eine Beule, Prellungen oder eine Wunde erhalten hat, das Opfer mit einer Krankheit angesteckt worden ist (BGHSt 36, 1 uns 262) oder Beeinträchtigung der normalen Körperfunktionen durch Betäubung oder Verursachung von Volltrunkenheit aufweist (BGH NJW 83, 462). Der Strafrahmen reicht von Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Die Tat wird in der Regel nur auf Antrag verfolgt (§ 230 Abs. 1 StGB). Hier finden Sie mehr Infos zur einfachen Körperverletzung gem. § 223 StGB.

Die gefährliche Körperverletzung ( § 224 Abs. 1 StGB) ist gekennzeichnet durch die Gefährlichkeit der Begehungsweise. Als besonders gefährlich wird das Beibringen von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen, die Begehung mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeuges, mittels eines hinterlistigen Überfalls, mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich und mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung eingestuft. Der Strafrahmen erhöht sich auf eine Mindest-Freiheitsstrafe von drei Monaten. Hier finden Sie mehr Infos zur gefährlichen Körperverletzung.

Bei der schweren Körperverletzung (§ 226 StGB) muss der Täter bezüglich der schweren Folge wenigstens fahrlässig gehandelt haben. Hier liegt der Anknüpfungspunkt für den Strafverteidiger. Das Gericht muss nachweisen können, dass ein gefahrspezifischer Zusammenhang vorliegt. Dies bedeutet, dass im Eintritt der besonderen Tatfolge sich die besondere Gefahr der Körperverletzung verwirklicht hat. Eine besonders schwere Körperverletzung liegt vor, wenn durch die Tat das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verloren geht, man ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder in erheblicher Weise dauernd entstellt wird. Der Strafrahmen beträgt hier mindestens 1 Jahr und höchstens 10 Jahre.

Wenn bei der Tat ein Mensch stirbt, erhöht sich der Strafrahmen auf eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren. Auch hier muss das Gericht wieder einen gefahrspezifischen Zusammenhang zwischen Körperverletzung und Todesfolge nachweisen. So ist dieser zu bejahen, wenn der Täter beispielsweise mit einer geladenen Pistole auf den Kopf des Opfers einschlägt und dieser dabei verstirbt, weil sich beim Aufschlagen mit der Waffe ungewollt ein Schuss löst. Hier finden Sie mehr Informationen zur Körperverletzung mit Todesfolge.

Die Körperverletzung kann auch fahrlässig begangen werden (§ 229 StGB). Es kommt dem Täter dabei nicht darauf an, das Opfer zu verletzen, er verletzt jedoch seine zurechenbare Sorgfaltspflicht. Der Strafrahmen liegt bei einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe.

Wenn der Täter einen Schutzbefohlenen, also Minderjährige oder Menschen, die gebrechlich oder wegen einer Krankheit wehrlos sind, quält, roh misshandelt oder durch böswillige Vernachlässigung seiner Pflicht, für sie zu sorgen, sie an der Gesundheit schädigt, muss dieser mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 10 Jahren rechnen.

Der Strafverteidiger wird hier insbesondere prüfen, ob zwischen dem Täter und dem Opfer ein besonderes Schutz- oder Abhängigkeitsverhältnis besteht. Ist dies nicht der Fall, scheidet eine Strafbarkeit aus.

Strafverfolgung bei Körperverletzungsdelikten

Bei der Strafverfolgung ist in Abhängigkeit vom möglicherweise verwirklichten Straftatbestand damit zu rechnen, dass Untersuchungshaft angeordnet wird sowie mit allen sonstigen Strafverfolgungsmaßnahmen wie beispielsweise Durchsuchungen (§§ 102 ff. StPO).