Diebstahl und Hehlerei
( § 222 Abs. 1 StGB )

Diebstahl (§ 242 Abs. 1 StGB) ist in Deutschland das am Häufigsten begangene Delikt. Beim Diebstahl nimmt der Täter eine fremde bewegliche Sache mit Zueigungsabsicht weg.

Wer diese Sache ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, ist dagegen Hehler (§ 259 StGB). Die Strafbarkeit des Hehlers entsteht dadurch, dass dieser weiß, dass die Sache aus einer rechtswidrigen Tat wie Diebstahl, Räuberische Erpressung, Betrug usw. stammt und die rechtswidrige Vermögenslage des Vortäters noch fortbesteht.

Als Kanzlei für Strafrecht vertreten wir Sie bundesweit beim Vorwurf eines Diebstahls oder Hehlerei. Nehmen Sie Ihr Schweigerecht wahr und melden Sie sich zeitnah bei mir.

Insbesondere in den folgenden Situationen stehen wir an Ihrer Seite:

Über unsere Kanzlei

Unsere Kanzlei, insbesondere auch das Strafrechtsdezernat, kann durch unsere lebensnahe Ausrichtung und großartige Zusammenarbeit seit Jahren auf eine Vielzahl erfolgreich abgeschlossene Verfahren und herausragende Bewertungen durch unsere Mandanten zurückblicken. Entscheidend dabei sind nicht nur unsere transparenten Preise und kompetente Beratungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt im Verfahren, sondern auch unser offener, aber vertrauensvoller Umgang im Mandantenkontakt.

Wir sind in allen Dezernaten sehr drauf bedacht, dass Ihre Anliegen unvoreingenommen Gehör finden und wir ständig für Sie erreichbar sind. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Sie nicht nur fachkundig, sondern auch persönlich bestmöglich zu vertreten.

Mögliche Verteidigungs­strategien für den Diebstahl

Der Rechtsanwalt wird nach intensiver Akteneinsicht, Klärung der Beweislage und einem Gespräch mit dem Täter prüfen, ob bereits eine Strafbarkeit ausscheidet oder ggf. eine mögliche Verteidigungsstrategie erarbeiten. Bei Diebstahlsdelikten spielt die Einstellung gemäß §§ 153 ff. StPO eine besonders große Rolle. Sodass dies im Rahmen der Strafverteidigung unbedingt Beachtung finden muss.

Zunächst wird der Verteidiger prüfen, ob eine fremde bewegliche Sache vorliegt. Unter Sachen sind alle körperlichen Gegenstände ohne Rücksicht auf deren wirtschaftlichen Wert zu verstehen. Forderungen und Rechte sind daher nicht diebstahlfähig. Taugliches Tatobjekt sind aber Urkunden, die Ansprüche oder sonstige Rechte verkörpern (beispielsweise Aktien, Sparbücher, Fahrkarten und Garderobenmarken). Auch Tiere können weggenommen werden. Streng genommen sind diese zwar keine Sachen, werden aber rechtlich wie solche behandelt (§ 90 a StGB).

Fremd ist eine Sache dann, wenn sie im Eigentum einer anderen Person steht. Eine Sache ist daher nicht fremd, wenn sie herrenlos ist.

Ansatzpunkt für die Verteidigung ist stets die Wegnahmehandlung. Eine Sache ist weggenommen, wenn der Täter die tatsächliche Sachherrschaft eines Menschen gegen dessen Willen gebrochen und sich selbst Herrschaft über die Sache verschafft hat. Eine Sache kann auch gestohlen werden, wenn das Opfer beispielsweise sein Auto geparkt hat und dann zur Arbeit geht. Das Opfer behält hier gelockerte Sachherrschaft. Das gleiche gilt auch für freilaufende Haustiere. Bei leicht wegzuschaffenden Gegenständen wie beispielsweise Geldscheinen, Schmuck, kleinen Lebensmitteln reicht es für die Wegnahme schon aus, dass die Sache ergriffen und festgehalten bzw. in die Kleidung oder Tasche eingesteckt wurde (BGHSt 23, 254).

Anschließend ist vom Strafverteidiger zu klären, ob Zueignungsabsicht vorlag. Zueignungsabsicht hatte der Täter, wenn er sich die Sache zu eigenen Zwecken zumindest vorübergehend angeeignet und damit die Verfügungsgewalt des Opfer ausgeschlossen hat. Wenn die Sache weggenommen wurde, um sie sofort zu zerstören, eignet sich der Täter diese nicht an und kann daher nicht wegen Diebstahl bestraft werden (RGSt 61, 228 (232 f.)).

Der Anwalt wird abschließend klären, ob die Zueignung auch rechtswidrig war. Die Zueignung war nicht rechtswidrig, wenn ein fälliger und einredefreier Anspruch auf Übereignung der Sache besteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der A von B ein Buch kauft und dieser es anschließend nicht übergeben möchte, sodass der A dann dem B das Buch wegnimmt.

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Möglich Verteidigungs­strategie für den Hehler

Anknüpfungspunkt für die Verteidigung ist hier zum einen, dass die rechtswidrige Vermögenslage im Zeitpunkt der Hehlereihandlung noch fortbestanden haben muss. Wenn der Vortäter zum Beispiel eine gestohlene Vase in ein Computerspiel umtauscht und der Hehler dieses dann abkauft, obwohl er weiß, dass das Computerspiel gegen die Vase umgetauscht wurde, liegt keine Hehlerei vor.

Zum anderen kann eine Strafbarkeit ausscheiden, wenn der Täter nicht vorsätzlich handelte, weil er nicht wusste, dass die Sache aus einer rechtswidrigen Vortat hervorging oder weil er nicht die Absicht hatte sich oder einen Dritten zu bereichern.

Strafrahmen des Diebstahls und der Hehlerei

Für den Diebstahl ist abhängig von der Schwere der Tat sowie dessen Begehungsweise ein Strafrahmen von Geldstrafe bis 10 Jahren Freiheitsstrafe vorgesehen. Der Strafrahmen erhöht sich, wenn beispielsweise zur Ausführung der Tat in ein Gebäude eingebrochen, eine bedeutende Sache für Wissenschaft, Kunst, Geschichte oder für die technische Entwicklung entwendet oder gewerbsmäßig vorgegangen worden ist (§ 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 1-6 StGB), insofern die Sache nicht geringwertig ist (§ 243 Abs. 2 StGB). Geringwertig ist eine Sache, wenn sie einen Wert von 25 € nicht überschreitet (BGH, Beschluss vom 09.07.2004 – 2 StR 176/04).

Der Strafrahmen verschärft sich auch dann, wenn der Diebstahl mit Waffen oder als Bande begangen worden ist und wenn in eine Wohnung eingebrochen wurde (§ 244 StGB).

Der Strafrahmen für den Hehler sieht Geldstrafe bis zu Freiheitsstrafe von 5 Jahren vor.

Der Strafrahmen erhöht sich auf bis zu 10 Jahre, wenn die Hehlerei gewerbsmäßig oder der Hehler als Mitglied einer Bande (§ 260 Abs. 1 StGB) agiert hat.

Neben der Strafe kann bei beiden Delikten gemäß § 245 bzw. § 262 StGB Führungsaufsicht angeordnet werden.

Wichtige Verhaltensregeln

  • Schweigen Sie zur Sache und reden Sie so wenig wie möglich mit den Beamt*innen.
    Jedes Wort wird dokumentiert und kann unter Umständen gegen Sie verwendet werden.
  • Geben Sie keine Zugangsdaten wie Pin–Nummern und Wischcodes heraus.
  • Unterschreiben Sie nichts, auch nicht das Sicherstellungsprotokoll.
  • Lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss aushändigen oder die Gründe für die Gefahr im Verzug erklären.
  • Prüfen Sie das Erlassdatum des Durchsuchungsbeschlusses, da diese nur innerhalb von 6 Monaten nach Erlass vollstreckt werden können.
  • Rufen Sie schnellstmöglich Ihren Rechtsanwalt für Strafrecht an.

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