Tötung auf Verlangen
(§ 216 StGB)

Die Selbsttötung ist in Deutschland straflos.

Daher ist auch die Hilfe zu einer solchen Selbsttötung nicht mit einer Strafe bewehrt.
Die Einwilligung in die eigene Tötung ist dagegen nicht möglich. Dies kommt im Straftatbestand des § 216 StGB zum Ausdruck, nach dem auch die Tötung einer Person auf Verlangen des Opfers strafbar ist. Die Abgrenzung zwischen der straflosen Beihilfe zur Selbsttötung und der strafbaren Tötung auf Verlangen kann im Einzelfall problematisch sein.

Wenn Sie mit dem Vorwurf der Tötung auf Verlangen konfrontiert sind, sollten Sie sich daher so früh wie möglich im Strafverfahren an einen erfahrenen Anwalt für Strafrecht wenden. Dieser kann auch schwierige Abgrenzungsfragen, die gegebenenfalls über Strafbarkeit und Straflosigkeit entscheiden können, erkennen, damit umgehen und – angepasst an die Umstände des konkreten Falles – den Mandanten umfassend beraten und eine passende Verteidigungsstrategie erarbeiten.

Sie haben eine Vorladung mit dem Vorwurf der Tötung auf Verlangen erhalten?

Auch beim Vorwurf der Tötung auf Verlangen stehen wir Ihnen kompetent und engagiert zur Seite. Kontaktieren Sie uns gerne zur Vereinbarung eines Termins für ein erstes Beratungsgespräch.

Insbesondere in den folgenden Situationen sind wir als Fachanwälte für Strafrecht für Sie da:

Nach Erhalt einer Vorladung der Polizei wegen Tötung auf Verlangen – Was jetzt zu tun ist:

Welche Vorteile hat unsere Kanzlei für Strafrecht?

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Welche Strafe sieht das Gesetz für die Tötung auf Verlangen vor?

Der Strafrahmen für die Tötung auf Verlangen liegt bei einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren und damit erheblich unter dem Strafmaß für den Totschlag nach § 212 StGB, welches bei fünf bis 15 Jahren Freiheitsstrafe liegt.

Wie verhalte ich mich, wenn ich eine Vorladung als Beschuldigter erhalten habe?

Bei Erhalt einer Vorladung als Beschuldigter (beispielsweise von der Polizei), sollten Sie zunächst Ruhe bewahren und sich dann so bald wie möglich an einen Anwalt für Strafrecht wenden. Unsere erfahrenen Fachanwälte für Strafrecht beraten Sie gerne.

Genaueres, wie Sie sich bei Erhalt einer Vorladung als beschuldigte Person in einem Strafverfahren verhalten sollten, erfahren Sie hier.

Wann habe ich mich wegen Tötung auf Verlangen strafbar gemacht?

Die Tötung auf Verlangen nach § 216 StGB setzt zunächst voraus, dass der Täter einen anderen Menschen tötet, weil dieser von ihm die Tötung ernsthaft verlangt hat.

Erforderlich ist, dass der Täter die sogenannte Tatherrschaft inne hat und nicht lediglich Hilfe leistet bei einem Suizid.

Eine Strafbarkeit wegen Beihilfe zu einer Tat ist nämlich nur möglich, wenn dasjenige, zu dem Beihilfe geleistet wird, auch strafbar sein kann. Die Selbsttötung ist aber straffrei. Dementsprechend ist auch die Beihilfe zur Selbsttötung straflos.

Damit kommt es im Hinblick auf die Strafbarkeit wegen Tötung auf Verlangen also maßgeblich im Einzelfall auf die Abgrenzung der Täterschaft zur Teilnahme (Beihilfe) an.

Diese Abgrenzung wird anhand des Kriteriums der Tatherrschaft vorgenommen. Diese Tatherrschaft liegt vor, wenn der Handelnde das Geschehen lenken und bestimmen kann, er also die Kontrolle und die Entscheidungsgewalt über den letzten zur Tötung führenden Akt hat.

Liegt das Opfer z.B. wehrlos durch schwere lange Krankheit im Bett und der Handelnde sticht mit dem Messer tödlich zu, so hat er die Tatherrschaft inne und ist somit Täter.

Auch in bestimmten Konstellationen, in denen das Opfer sich selbst verletzt (um sich selbst zu töten), kann die andere Person Tatherrschaft haben, sodass eine Strafbarkeit im Raum steht: Verletzt sich das Opfer in tödlicher Absicht selbst, wird aber zunächst nur bewusstlos und verstirbt nicht unmittelbar, geht nämlich die Tatherrschaft auf die zuvor gegebenenfalls nur helfende Person über. Es droht somit auch hier eine Strafbarkeit wegen Tötung auf Verlangen.

Neben der Abgrenzung der Tötung auf Verlangen zur straflosen Beihilfe zur Selbsttötung, muss die Tötung auf Verlangen auch zum Totschlag abgegrenzt werden, der eine Tötung mit einer weitaus höheren Strafe bedroht (nämlich mit einer Freiheitsstrafe zwischen 5 und 15 Jahren).

Zur Möglichkeit der Bejahung einer Strafbarkeit nach § 216 StGB muss der Täter (im Gegensatz zu einer Strafbarkeit wegen Totschlags) durch das Verlangen der getöteten Person zur Tötung bestimmt worden sein. Das Verlangen der Person muss also erst den Tötungsentschluss des Täters hervorgerufen haben.

Wann liegt ein ernstliches Verlangen i.S.d. § 216 StGB vor?

Das Verlangen durch den Täter getötet zu werden, muss ernstlich sein und ausdrücklich geäußert werden.

Ernstlichkeit setzt voraus, dass die zu tötende Person keinen Willensmängeln unterliegt. Ein solcher kann z.B. vor,liegen wenn das Opfer aufgrund von psychischen Erkrankungen nicht in der Lage ist, eine vernünftige Abwägung vorzunehmen und daher keinen mangelfreien Willen zu bilden kann oder wenn es durch Täuschung (beispielsweise eigene suizidale Absicht des Täters), zum Wunsch, getötet zu werden, verleitet wurde.

Zudem muss es sich um einen tiefen Wunsch des Opfers handeln und nicht nur um eine einmalige beiläufige Äußerung.

Der BGH (BGH vom 14.09.2011 – 2 StR 145/11) hatte die Ernstlichkeit des Verlangens in einem Fall abgelehnt, in dem der Ehemann und Angeklagte seine schwer erkrankte Frau tötete. Diese litt unter anderem an epileptischen Anfällen, bei denen der Angeklagte den Notarzt rief, die Frau die Behandlung im Krankenhaus jedoch ablehnte. Zwischen mehreren epileptischen Anfällen äußerte die Frau, nicht mehr leben zu wollen. Nach einem weiteren epileptischen Anfall tötete der Angeklagte seine Frau. Nach dem BGH kann von einem ernstlichen Verlangen nicht ausgegangen werden, wenn das Opfer durch eine Erkrankung in seiner natürlichen Einsichts- und Willensfähigkeit beeinträchtigt ist und daher die Tragweite des Entschlusses nicht überblickt.

Genauso scheide die Ernstlichkeit bei einer depressiven Augenblicksstimmung aus.

Habe ich mich nach § 216 StGB auch strafbar gemacht, wenn ich irrig von einem ernsthaften Verlangen ausgegangen bin?

Ja. Geht der Täter irrig von einem ernsthaften Verlangen aus, das tatsächlich nicht vorlag, ist er nach dem milderen Gesetz zu bestrafen (vgl. § 16 Abs.2 StGB). Dies ist vorliegend im Vergleich zum Totschlag nach § 212 StGB die Tötung auf Verlangen nach § 216 StGB.

Umgekehrt gilt diese Regel nicht. Kennt der Täter das Verlangen nicht, das tatsächlich vorlag, ist er nach § 212 StGB wegen Totschlags zu bestrafen. In einem solchen Fall ist der Täter schon nicht durch das Verlangen zur Tötung bestimmt worden.

Macht sich ein Arzt wegen Tötung auf Verlangen strafbar, wenn er Sterbehilfe leistet?

Wenn es sich um aktive Sterbehilfe handelt, macht sich der Arzt nach § 216 StGB strafbar. Dagegen ist indirekte Sterbehilfe ist in engen Grenzen straflos. Voraussetzungen sind, dass der Patient unter einer Krankheit leidet, die sicher zum Tod führen wird, es sich um einen Behandlungsabbruch handelt und dieser dem Patientenwillen entspricht.

 

Was in der Theorie eindeutig klingt, bereitet in der Praxis oft Beweisschwierigkeiten. Ist die Tötung nachgewiesen, kommt es zur Vermeidung einer Verurteilung wegen Totschlags mit einer Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren insbesondere darauf an, das ernstliche Verlangen des Opfers nachzuweisen. Da das verstorbene Opfer diesen Wunsch häufig nur mündlich gegenüber dem Täter geäußert hat, kann dies zu Beweisschwierigkeiten führen. Daneben ist häufig die Abgrenzung zwischen strafloser Beihilfe und Tatherrschaft problematisch. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch und wenden Sie sich an unsere Fachanwälte für Strafrecht.

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